Wissenschaftler diskutierten über eine nachhaltige Bekämpfung der Varroa-Milbe
Wissenschaftler aus aller Welt haben sich in Magglingen getroffen, um neue Forschungsansätze zur Bekämpfung der Varroamilbe zu evaluieren. Die parasitische Milbe Varroa destructor ist die grösste Bedrohung der westlichen Honigbiene, teilt Agroscope Liebefeld-Posieux (ALP) in einem Mediencommuniqué mit.

Erstmals seit der Verbreitung der Varroamilbe in Europa vor 30 Jahren ist es gelungen, alle weltweit an diesem Problem arbeitenden Experten an einen Tisch zu bringen. Nationalrätin Brigitta Gadient GR/BDP eröffnete am 2. November den Varroa-Workshop des Zentrums für Bienenforschung der ALP in Magglingen. Sie hatte bereits 2004 die Bedeutung der Bienen zur Sicherung der Bestäubung erkannt und eine Motion zur Förderung der Honigbienen eingereicht.
Neue Erkenntnisse in der Biologie
Drei Jahrzehnte Forschung und Entwicklung zur Bekämpfung der Milbe haben bis heute nicht die erhoffte Lösung des Problems gebracht. Neue Erkenntnisse in der Biologie von Parasit und Wirt stimmen aber optimistisch.
Kurzfrisitg die Bekämpfung optimieren
Die Wissenschaftler haben gemeinsam die erfolgversprechendsten Forschungsansätze definiert und aufgrund der Dringlichkeit des Varroa Problems ein strategisches Vorgehen geplant. Kurzfristiges Ziel der Forschung ist es, rasch neue Substanzen zur chemischen Bekämpfung zu entwickeln sowie die Applikation bekannter Substanzen zu optimieren.
Langfristig natürliche Gegenspieler suchen
Langfristige Forschungsansätze zielen auf eine nachhaltige Lösung des Varroa-Problems. Die Priorität der Forschung wird auf die biologische Bekämpfung der Milbe durch natürliche Feinde wie pathogene Pilze gesetzt. Des Weiteren sind sich die Experten einig, dass noch viele wesentliche Fragen zum Verständnis der Reproduktion der Milbe offen sind. Dies ist von besonderer Bedeutung, da hier ein sehr erfolgversprechender Ansatz für eine weitere biologische Bekämpfungsmethode besteht.
Die Zucht varroatoleranter Bienen wurde hingegen aufgrund des derzeitigen Stands der Forschung zumindest mittelfristig als utopisches Ziel etwas in den Hintergrund gestellt.
Die Arbeit der Bienen ist unbezahlbar
Die westliche Honigbiene, Apis mellifera, ist weltweit in ihrer Funktion als Bestäuber ein unentbehrlicher Bestandteil für den Erhalt der Kulturlandschaft und der terrestrischen Ökosysteme. Der ökologische Wert der Bestäubung übersteigt durch die Sicherung der Biodiversität den ökonomischen Wert von 153 Mrd € (206 Mrd. Franken) pro Jahr weltweit um ein Vielfaches. Die parasitische Varroa-Milbe ist wegen den weltweiten Auftretens die grösste Gefahr der Honigbiene.